Beobachtungen zum Bätschelor

November 19th, 2009 von Daniel

Solidarität mit den protestierenden Studenten in Österreich und Deutschland!

Zumindest mit denen die sich nicht künstlich bemüht über Bologna generell aufregen, sondern die Sache etwas differenzierter sehen. Denn einen gemeinsamen Hochschulraum in der EU zu schaffen, dass ist für mich nur die logische  Konsequenz im Entstehungsprozess einer Europäischen Gemeinschaft - das schließt auch die Bildungspolitik mit ein.

Aber sieht es zur Zeit so aus als würde der Bologna Prozess bis nächstes Jahr in Deutschland abgeschlossen sein? Wohl kaum! 10 Jahre Reformen und man könnte meinen von der Sache mit Bachelor und Master hätte die Politk erst vorgestern gehört und gestern den dazugehörigen Äktsch’n Plan gebrainstormt.

Was ich mich frage:

  • Wieso wurde beinahe jedes Studium auf drei Jahre “Pflichtverkürzt”? Und wieso wurde alles über einen Kamm geschoren? Während der eine oder andere geisteswissenschaftliche Studiengang vielleicht mehr Struktur gut vertragen hat, werden Naturwissenschaftler durch starre Pläne eingeengt.
  • Wenn schon sechs Semester, wieso wird dann immer noch viel zu oft der Stoff vermittelt der früher acht oder zehn Semester in Anspruch genommen hat?
  • Was ist aus dem groß angekündigten Stipendiensystem geworden? 40.000 von 2 Mio. Studenten erhalten zur Zeit finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien. Das entspricht etwa 2% aller Studierenden - die große Laola-Welle ist das jetzt nicht, besonders wenn man bedenkt dass in neun Bundesländern Studiengebühren eingezogen werden dürfen. Während also bereits kassiert wird, heißt es an der Stipendienfront: Ist in Arbeit! Vorbild soll das Stipendiensystem sein, welches gerade in NRW anläuft und den besten 10% 300EUR im Monat in Aussicht stellt. Ab wann? Ich glaube das weiß keiner so Recht…ein Hauptgrund wieso ich mich mittlerweile im Lager der Gebührengegner sehe
  • Nehmen die Länder eigentlich billigend in Kauf, dass Studenten jetzt zahlen sollen um “mittelfristig” eine bessere Lehre zu erreichen? Ein leuchtendes Beispiel ist die HS Niederrhein, unsere sympathische Hochschule op de Ekk, gleich die Straße runter. Über Jahre wurden Mehreinnahmen gehortet, bis 6.5 Mio € gesammelt wurden die “später einmal” neue Professorenstellen finanzieren sollten. Das Studenten damit Leistung bezahlen die sie selber gar nicht in Anspruch nehmen werden können quitierte Rektor Ostendorf mit den Worten “Dass derjenige, der uns finanziert Wünsche und Vorstellungen hat, die unseren entgegenstehen, ist normal”. Nachdem Bildungsminister Pinkwart ein Machtwort gesprochen hat wird jetzt panisch das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen, ehe man noch genötigt wird selbiges an die Studenten zurückzahlen zu müssen
  • laut einer OECD Studie aus dem Jahr 2006 investiert Deutschland lediglich 4,8% seines BIPs in Bildung. Der Schnitt liegt bei knapp 6% und ist ganz weit ab von den 7,5% die beispielsweise Dänemark ausgibt. Ein Schelm wer da denkt, dass die Studiengebühren die Ausgaben ersetzen sollen die eigentlich der Staat bereit zu stellen hat. Mit einem systematisch unterfinanzierten Bildungssystem volle Kraft voraus in die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Denn wie wir alle wissen: Den einzigen Rohstoff den Deutschland hat sind seine bestens ausgebildeten Bürger. In die wird auch bestimmt investiert, irgendwann… aber erstmal gibt’s ‘nen halben Dacia Neuwagen geschenkt wenn man seine alte Mühle zuvor verschrottet hat.

Vieles davon hat mich bereits 2006 abgeschreckt in Deutschland zu studieren. Den Master fest im Blick, mehren sich aber in mir die Zweifel: Solange jedwede Anzeichen eines Kurswechsels fehlen sehe ich mich auch da nicht in Deutschland immatrikuliert.

Hier mein kleines Kontrastprogramm aus den Niederlanden: Als ich mein Studium 2006 anfing war ich nicht - wie es seinerzeit an vielen deutschen Hochschulen der Fall gewesen wäre - Teil des ersten oder zweiten- sondern der fünften Jahrgangs. Mit den ersten Alumni kam auch Weißheit - unser Studienprogramm war bereits aus den gröbsten Kinderkrankheiten raus und reichlich umgestaltet worden. Studiengebühren gibt es zwar auch in den Niederlanden, und das mit knapp 1500€ pro Jahr sogar nicht zu knapp. Aber die breite Masse erhält eine Studienförderung des niederländischen Staates von rund 1000€. Das macht ein Studium in den Niederlanden, was unter Ausstattungs- und Betreuungsaspekten ohnehin oft attraktiver ist, sogar günstiger als beispielsweise in meinem Heimatland NRW - Rüttgers sei Dank.Leider wurde die Studienförderung für all diejenigen die ihr Studium 2007 oder später angefangen haben abgeschafft und durch ein Kreditsystem ersetzt. Doch selbst unter diesen Umständen rühre ich immer noch die Werbetrommel: Deutschland, Du kannst noch was von deinen Nachbarn lernen!

Daniel




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Schüsse und Geiselnahme in Schwalmtal

August 18th, 2009 von Daniel

 Schüsse und Geiselnahme in Schwalmtal

Wann ist Schwalmtal eigentlich zum Irrenhaus geworden? Erst heute morgen bin ich aus Warschau zurück, hab’ mich pennen gelegt und das Erste was ich bei der nachmittaglichen Runde mit dem Hund höre ist von einer Schießerei in Amern!

RP Online scheint relativ gut informiert zu sein, aber nationale Sender (NTV und N24) bringen auch schon Breaking News.

Nachtrag: Der Spiegel hat nachgezogen.Hier erstes Videomaterial.

Daniel




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Äussern sie sich!

June 24th, 2009 von Stephan

Da Deutsch in diesem Blog nun eine Randerscheinung geworden ist, haben wir den Spieß nun etwas umgedreht und eine Kategorie mit DEUSCHEN Einträgen geschaffen, viel Spaß dabei!

 http://en.wikibooks.org/wiki/German/Level_I/Freizeit

Lektion 1:

Franz Hallo, Greta! Wie spät ist es?
Greta Es ist Viertel vor drei.
Franz Wirklich? Ich spiele um drei Fußball. Machst du Sport, Greta?
Greta Nein, ich bin faul. Ich gehe jetzt nach Hause.
Franz Fußball macht aber Spaß!
Greta Bis dann.
Franz Wiedersehen!
Stephan

["If liberty means anything at all it means the right to tell people what they do not want to hear!"]


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