Jeder Mann braucht einen kuriosen Sammeltick, mein Sammeltick sind seit ein paar Jahren Taschenlampen in verschiedenen Arten. Ich interessiere mich besonders für die ständige und stetige Weiterentwicklung von LED-Taschenlampen in kleinen Format, insbesondere von dem Punkt aus dass ich äußerst ungern häufig die Batterien einer Taschenlampe wechsel.
Ich suche jedoch seit längerer Zeit nach einer Taschenlampe, die mehrfarbige LED’s und somit verschiedene Lichtfarben anbietet. Dazu ein kleiner Exkurs.
Weißes Licht wird immer als extrem hell empfunden, ist allerdings nicht immer sinnvoll um bei Nacht zu arbeiten. Unser Auge ist Nachts im Vergleich zu unseren tierischen Freunden eher lächerlich ausgestattet. Wir benötigen im Mittel 5-10 Minuten um uns an die Dunkelheit zu gewöhnen. Sobald allerdings ein kleiner Schein weißes Licht an unsere Augen kommt, ist die Nachtsicht erstmal hinüber und das Auge muss sich erneut umstellen.
Bei roten, grünem und blauem Licht sieht das anders aus. Diese Lichtfarben machen (die theoretischen Hintergründe kann ich im Moment nicht liefern) die langsam angepasste Nachtsichtfähigkeit nicht kaputt. Deswegen sieht man immer öfters gelblich-rötliche Straßenlaternen.
Jede dieser Lichtfarben hat einen speziellen Vorteil:
rot
rotes Licht ist, solange man nicht direkt in die Lichtquelle sieht, über Distanz nicht so aufällig wie weißes Licht. Wenn ich in volkommender Dunkelheit eine “weiße” Taschenlampe anschalte, so ist der Lichtkegel bzw. die in der Luft schwebenden angeleuchteten Partikel wie Wasser, Staub oder Nebel sehr weit sichtbar. Wenn ich stattdessen rotes Licht benutze was in der Farbe wesentlich dunkler ist, so ist der Lichtkegel an sich nichtmal aus 10m Entfernung sichtbar.
Rotes Licht hat im Gegensatz zu weißem Licht eine wesentlich gleichmäßigere Lichtausbeute und man kann mit weniger rotem Licht mehr sehen als mit weißem. Es ist allerdings eine Gewöhnungssache, die ersten 10min sieht man erstmal nichts und empfindet den Lichtkegel als ineffektiv, was damit zusammenhängt dass sich unser Auge erstmal an die Dunkelheit gewöhnen muss. Nach einer gewissen Zeit verbessert sich dieser subjektive Eindruck jedoch. Der wesentliche Plus des roten Lichts dürfte der Fakt sein, dass die Nachtsichtfähigkeit hier am besten erhalten bleibt. Außerdem ist rotes Licht bei Nebel und evtl. Rauch und Regen durchgängiger und blendet den Nutzer nicht. Der einzige Nachteil von rotem Licht ist, dass es auf Dauer müde macht.
Hier ist ein Foto geschossen aus 3m Entfernung um zu verdeutlichen wie schlecht man rotes Licht ausmachen kann, die eigentlich Lichtquelle ist im oberen Viertel des Bildes zu finden, die beiden roten “Flecken” sind nur Reflektionen des Bodens. Würde man eine weiße Lichtquelle wählen, so würde die Umgebung hell wie ein Christbaum erscheinen.

grün
grünes Licht beeinflusst ebensowie rotes Licht nicht die Nachtsehfähigkeit des Auges, sorgt allerdings für eine hellere Ausleuchtung der Umgebung als rotes Licht. Wenn man mit Nachtsichtgeräten oder mit den Nightshot-Modi einer Kamera arbeitet, so stört das gründe Licht hier nicht.
blau
blaues Licht ist eigentlich für Jäger gedacht, die Blutspuren folgen müssen. Blut hat bei blauem Licht eine aufällig schwarze Farbe und ist somit einfacher zu sichten. Ebenso wie rot und grün wird die Nachtsehfähigkeit hier nicht wesentlich beeinflusst, und das blaue Licht hält insgesamt wacher und macht nicht auf die Dauer müde.
Der Zweibrüder LED Lenser Quattro

Der LED Lenser ist im Handel für 12-20€ erhältlich und ist wie auf dem Foto sichtbar etwa faustgroß. Die Verarbeitung ist robust allerdings kommen wir zum ersten Nachteil der Lampe. Sie ist rund und in schwarzer Farbe hergestellt. Sollte man die Lampe Nachts verlieren und es ist die einzige Lampe die man dabei hat, so wird man diese Lampe mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr wiederfinden. Eine eckige Aufmachung und eine eventuell hellere Farbe wären nicht schlecht. Die Lampe ist allerdings sehr leicht und handlich und bietet mehr Lichtleistung als wesentlich größere Taschenlampen.

Die Lampe wird mit 4AAA Batterien betrieben, die in einem Batteriepack zusammengefasst sind. Die Lebensdauer einer Batterieladung beträgt laut Hersteller 70 Stunden.


Wie ihr hier sehen könnt, hat die Taschenlampe insgesamt 6 LED’s von denen drei weiß und jeweils eine rot, blau und grün ist. Die LED’s lassen sich über farblich gekennzeichnete Schalter an- und ausschalten. Es sind verschiedene Lichtkombinationen möglich als auch alle LED’s gemeinsam einzuschalten was die Ausleuchtung verbessert.
Der Ausleuchtungstest
Ich habe mich für 10min mit meiner Kamera in den unbeleuchteten Keller zurückgezogen und habe versucht, die Ausleuchtung festzuhalten wobei ich sagen muss, dass es auf den Bildern deutlich schlechter rüberkommt als ich es empfunden habe. Das bedeutet die reale Ausleuchtung war deutlich heller.
Es wurden farblich unterschiedliche LED’s verwendet
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Am angenehmsten arbeitet es sich mit dem grünen Licht, wobei das rot und das blau auch nicht zu unterschätzen sind. Die absolute Schwäche der Taschenlampe ist die Fernbeleuchtung, sie ist aufgrund des nicht vorhandenen Reflektors auch nicht dafür geeignet. MIt allen sechs LED’s hat sie eine sehr starke und helle Nahfeldausleuchtung und kann wie man oben sieht auch sehr gut gesehen werden.
Fazit:
Die Lampe ist für den Preis von 12-20€ eine gute Investition wenn man eine Lampe für das Auto oder für die Runde Gassi mit dem Hund braucht. Aufgrund der Größe ist sie überall schnell verstaut und ist gut als eine Lampe die man “immer mal” dabei hat.
Pro
- Verschiedene Lichtfarben zu Verfügung
- starke weiße Beleuchtung
- unterschiedliche Betriebsmodi und Kombinationen möglich
Contra
- Rollt leicht weg
- Im Dunkel unmöglich auffindbar
- Keine Fernausleuchtung möglich
- keine Blinkfunktion
- Teilweise weiß man nicht wie man das Licht wieder ausbekommt;)
Stephan
["If liberty means anything at all it means the right to tell people what they do not want to hear!"]