Ich bin wieder zurück (im Lande NRW) und muss sagen, dass ich den Trip in das Baden-Würtembergische Friedrichshafen (am Bodensee) ziemlich genossen habe. Es machte sehr viel Spaß, und vor allem hatten wir eine unschlagbare Crew an Bord der MS Nissan Sunny. Ich leg einfach mal lso
Was viele Menschen nicht wissen: Friedrichshafen liegt NICHT im Norden von Deutschland und nicht an der Nord-/Ostsee
Hier findet man Friedrichshafen. Unser Startpunkt (Waldniel bei der Pizzeria am Ortseingang…keine Ahnung wie die heißt) war zeitlich gesehen 22:30 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit und uns standen 590km in Richtung Süden Deutschlands bevor.
Die erste Etappe war eine große Ecke Autobahn 61 in Richtung Koblenz/Bad Neuenahr. Wir fuhren und die Stimmung wurde immer besser, sie explodierte förmlich….dann hatten wir keine Lust mehr und wollten uns ein paar Snacks gönnen. Also hielten wir an der Raststätte Hockenheim West an.
Diese Raststätte ist nicht sonderlich zu empfehlen. Ein paar visuelle Eindrücke:

Orthographie ist heutzutage alles! Wenn ich in meinen Artikeln/Blogs ein paar eingefleischte Rechtsschreibfehler einbaue, ist das erste Argument von Patronen, die meinen Text und meine grandiosen Intentionen eigentlich garnicht verstehen “Höhö du hast da aber einen Rechtsschreibfehler…” (Anm.des Autors: Orthographie allein macht noch keinen tollen Text!) Wenn mir solch eine kleinlich-oberflächliche Kritik entgegengebracht wird, dann bin ich nun auch mal polemisch und sage: DAS GEHT NICHT!
Was viele Menschen nicht wissen: Wenn man Wort für Wort aus einem Englisch-Wörterbuch übersetzt, kann die Bedeutung verzerrt werden:
1) You are we(l)lcome heißt NICHT Herzlich Willkommen sondern “gern geschehen!”
2) Welcome wird nicht mit 2 l geschrieben

Nächster Punkt war: Die verkauften Krawatten (Seide!) dort, waren die abartigsten Krawatten die ich jemals gesehen habe. Sie eignen sich aus heutiger Sicht eher dazu Suizid zu begehen, macht euch ein eigenes Bild.
Was viele Menschen nicht wissen: Wenn jemand absichtlich eine hässliche Krawatte trägt, muss das nicht heißen das er kein Geschmack hat sondern ein Statement abgibt.

Was sagte ich eben? Orthographie ist alles?? Genau, der nächste Schnitzer war:
ungarische Gulaschuppe
Diese Entdeckungen gehen auf das Konto von Daniel und Andre, ich besuchte derweil das Raststätten-WC!
Bei dem Beginn des physiologischen Vorganges leuchtete ein Licht auf: “Diese Toilette funktioniert ohne Wasser und rettet pro Jahr 2000l kostbares Trinkwasser!” Entsprechend roch es auch dort…außerdem möchte ich nicht wissen, wieviel dieses Leuchtschild pro Stunde kostet…egal wir fuhren weiter, weil es war uns etwas öde.

Nach ein paar Kilometern kam der nächste Rasthof mit einem Burger King…zu unserer Entäuschung machte dieser Burger King gerade zu, als wir Stolz wie Oskar reinmarschieren wollten. Frechheit war nur, dass noch ein paar muntere Jungspunde dort zu Abend aßen und wir wieder auf unsere kalten Würstchen und Waffeln angewiesen waren!
Burger King - Punkt!
Was viele Menschen nicht wissen: Burger King hat Deutschlandweit eine Filliale mit einem LKW Drive-In!
Die Fahrt ging weiter, weiter und weiter, wir querten die A6, die A8 und unser Mitstreiter André beschloss sich schlafen zu legen (Ich kann wegen der geringen Räumlichkeit leider nicht so gut in meinem Auto schlafen, aber André ist bei der Bundeswehr, er muss das können!)
Wir hielten an einem Autohof an der A8 an, weil wir für Franziska noch kein Geschenk hatten weil wir für Franziska ein sehr individuelles Geschenk kaufen wollten, und das taten wir auch. Dort erwarben wir ein Namensschild FRANZISKA in Kennzeichenform.
Was uns zum lachen brachte, war die Aufschrift auf dem Namensschild: “…dieses Kennzeichen ist ein reines Souvenir und darf nicht als amtliches Kennzeichen benutzt werden”
Wir hatten schon lachend überlegt was passieren würde, wenn man damit zum TÜV gehen würde und eine Plakette verlangen würde…nunja die Fahrt ging weiter, und irgendwann spielte uns das Navi-System meines Vaters einen Handstreich, es schickte uns rechts von der Bundesstraße herunter, lies uns einen Go-Kart-Pfad fahren und dann in dem darauf folgendem Kreisverkehr die 4. (!) Ausfahrt nehmen. Also schickte das Navisystem uns wieder zurück (dachten wir!) nein es schickte uns über die Hinterdörfer des Bodensees. Gottseidank hatte meine Vietnam-Veteran Wahrnehmung uns vor einem Starenkasten und womöglich 60€ Busgeld bewahrt.
Was viele Menschen nicht wissen: In Baden Würtemberg werden viel mehr Radarfallen aufgebaut als in NRW!
Wir lernten folgende Dörfer genauer kennen
Schiggendorf
Ittendorf
und ganz groß ans Herz gewachsen ist uns:
HAGNAU
In Hagnau gibt es keine staatliche Exekutive (Polizei), die böse Buben einlocht! Hier gibt es einen Papp-Polizisten (den wir nicht mal richtig gesehen haben, aber wir fanden es trotzdem unterhaltsam) der mit der vollen Breite der gesetzlichen Exekutive den Finger hob (wortwörtlich!)
Auch groß war die Kreuzfeld-Jakob Apotheke (der Name stimmt bestimmt nicht), welche noch mit Frakturschrift an der Fassade warb. Wir merkten, wir sind in dem rustikalem Deutschland was selbstbestimmend für bestimmte Stereotypen ist!
Nach ein paar Minuten waren wir endlich da! FRIEDRICHSHAFEN!
Nach der Kennenlernphase mit den Mitbewohner und den Gästen und ein bißchen Geplauder sind wir 7:30 ins Bett gegangen (nicht schlecht, oder???)
Ich schlief auf einem US Army Feldbett von Miltech (genauso wie Daniel) während Andre die Couch bevorzugte. Aber es war ziemlich in Ordnung.
Franziska versuchte dilletantisch uns um 12:00 durch Umhergehen zu Wecken, was mich aber nicht interessierte…wir (Daniel + Ich) schliefen bis 15:30 und liesen uns dann durch den Sound von “Hello Moto” wecken.


Nach einem exzellentem Frühstück (2 Brötchen mit Hagebuttenaufstrich und 2 hartekochten Eiern, Frühstück für Champions) machten wir uns auf die Zeppelin Universität zu besichtigen.

Erste gute Sache: Der Raum für Zärtlichkeit….1m² Raum mit romantischer Musik und romantischem Lichtspiel..denkt euch selbst aus was dort passieren könnte!

Diese Privat-Uni hat laut Aussagen von Studenten “nur” 600 Immatrikulierte und ist räumlich gesehen auch nicht so groß wie man meinen mag. Mein ehemaliges Gymnasium ist größer und hat auch mehr Schüler als die ZU aber sie hat flair…genauso wie der kleine “Privatstrand” mit Grillplatz bei der ZU. (Mit atemberaubenden Blick auf den Bodensee)



Danach gingen wir zu irgendeinem Supermarkt und kauften Partyartikel und etwas für den späteren Abend zum Abendessen.
Was viele Menschen nicht wissen: Die Kassierinnen im Süden von Deutschland sehen signifikant besser aus!

Durch einen Handstreich von Daniel (offiziell nennt man das Betrug, aber NRW liefert ja bekanntlich nicht aus!) gelang es André und Daniel ein von unten beleuchtetes Weizenglas kostenlos zu erwerben. Warum beleuchtet man ein Weizenglas? Das weiß ich auch nicht, sieht auf jeden Fall gut aus und wir nutzten das Angebot auch.

Wir aßen Chili Con Carne zum Abend, und diese Chili war mir effektiv zu scharf, und ich mag generell nicht so gerne scharfes Essen (Substanzen, die die Nozirezeptoren in meiner oralen Schleimhaut zur Übertragung von Schmerz-Aktionspotentialen ansprechen sind mir suspekt bzw. ich will sie nicht essen, weitere Infos unter
ria.insel.ch/fileadmin/rheuma-immuno/rheuma-immuno_users/
Pdf/Handouts/2_Lauterburg_Schmerzrezeptoren.pdf)
Was viele Menschen nicht wissen: Kulturen, die in wärmeren Klimagebieten leben, essen häufiger sehr scharfe Speisen da die physiologischen Effekte eine subjektiv abkühlende Wirkung haben!
Danach gingen wir in das Belushi in Friedrichshafen, eine Kneipe die eine Verbindung aus dem Rossi MG und dem Meszcalito MG ist. Sehr gut war dort der vorhandene Kickertisch und die Dartscheibe. Noch besser war ein unbekannter Zeitgenosse, der sehr betrunken war und versuchte einen Mischmasch aus Basic Deutsch und Basic Englisch zu sprechen. Seine geographischen Kenntnisse waren überragend (Tenessee liegt in Texas!) und seine Fähigkeit, zu unterhalten war grandios. Er lachte über alles und jeden, und er hat wahrscheinlich bei Herr der Ringe 1-3 mitgespielt.

Wir versuchten ein Autogramm zu erhaschen, wussten aber nicht ob der Mann in der Lage war zu schreiben…wir verabschiedeten uns höflich von ihm und gingen nach Hause.

Direkt danach entschieden wir uns die Heimreise anzutreten und fuhren gegen 2:30 in Richtung Mönchengladbach…wir hatten genug zu Essen mit, André schlief die ganze Zeit über und Daniel am Ende auch und wir hatten Spaß André beim Schlafen zu fotografieren (keine Fotos an dieser Stelle)

Auf der Rückfahrt entdeckte ich eine deutsche Kuriosität

(Quelle: www.autobahn-online.de)
Das ist eine Autobahnausfahrt, bei der man nach LINKS abfahren muss! (Auch die Baken stehen links!)Und das ist die einzige Anschlussstelle Deutschlands!
Was viele Menschen nicht wissen: Ein Autobahnkilometer kostet in Deutschland rund 26,8 Millionen Euro!
Um 8:30 mitteleuropäischer Zeit endete dann unser Abenteuer. Ich hatte zwei Tanks Sprit weniger, aber das ist nicht so wichtig. Es war eine tolle Fahrt und es hat mir viel Spaß gemacht.

Ein paar Zahlen und Fakten zur Fahrt
Zurückgelegte Kilometer: 1260
Stunden im Auto Brutto: 12h15min
Gesamtzeit in Friedrichshafen: 20 Stunden
davon durchschnittlich
geschlafen: 6 Stunden
gegessen: 2 Stunden
rumgelaufen: 5 Stunden
rumgestanden: 5 Stunden
sonstiges: 2 Stunden
Unterhaltungsfaktor: 9 von 10 Punkten
Sekundenschlafmomente: 5
Beleidigte LKW Fahrer: 15
Beleidigte PKW Fahrer: 18
eventuelle Nötigung im Straßenverkehr: 2 Vorkommnisse
Top 5 der meistgesagten Sätze:
1. André: “[Person] darf ich dich gleich mit diesem [Gegenstand] schlagen?”
2. Stephan: “Halt die Fresse (jez)!”
3. Franzi: “Nein, dürft ihr nicht”
4. Franzi: “Nein, macht ihr nicht!”
5. Stephan: “Ich hasse die A61!”
Das war es von mir, ihr könnt nun denken was ihr wollt, den Text ausdrucken und verbrennen oder sonst was
Was viele Menschen nicht wissen: Durch die Aufzählung mehrerer trivialer und unnützer Fakten läßt sich ein einfacher Blogeintrag stilitisch aufwerten ohne dass es plump erscheint.
Stephan
["If liberty means anything at all it means the right to tell people what they do not want to hear!"]